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Alte Schulunterlagen entsorgen und mit dem Zahlen-Code neuen Platz schaffen

Alte Schulunterlagen entsorgen und mit dem Zahlen-Code neuen Platz schaffen

Ein sonniger Sonntagnachmittag im April in meiner Zweizimmerwohnung in der Ostengasse. Durch das geöffnete Fenster höre ich das leise Plätschern des Steinbrunnens unten im Hinterhof, vermischt mit dem fernen Lachen der Menschen, die beim Bäcker Prantl in der Schlange stehen. Vor mir auf dem Boden stehen drei schwere Umzugskartons, die ich vor Wochen aus dem Keller geholt habe. Sie sind randvoll mit alten Sachunterrichts-Entwürfen, kopierten Arbeitsblättern und handgeschriebenen Notizen aus dreiundzwanzig Dienstjahren an der Clermont-Ferrand-Schule.

Hinweis: In meinen Sonntagsnotizen erzähle ich von meinen persönlichen Erfahrungen. Einige Links hier sind Affiliate-Links (Werbung). Wenn du über einen dieser Links das Buch Zahlen-Code kaufst, bekomme ich eine Provision – dein Preis ändert sich dadurch nicht. Ich schreibe nur über Dinge, die ich selbst an meinem Küchentisch durchgearbeitet habe. Ich bin keine Ärztin oder Therapeutin; meine Texte ersetzen keinen medizinischen Rat. Bei anhaltendem Stress oder Burnout-Symptomen solltest du unbedingt deinen Hausarzt oder eine Beratungsstelle aufsuchen.

Der Geruch von dreiundzwanzig Jahren Verantwortung

Als ich den ersten Deckel aufklappte, schlug mir dieser ganz spezifische Geruch entgegen: alter, staubiger Kopierstaub, der sich über Jahrzehnte in den Fasern festgesetzt hat. Es ist ein Geruch, der mich sofort zurückversetzt in die Lehrerinnen-Pausenküche, an den Kopierer, der montags morgens immer genau dann streikte, wenn man es am eiligsten hatte. In meiner Nase vermischt sich dieser Staub mit dem Duft von frischem Fencheltee, der in meiner Lieblingstasse dampft. Es ist ein seltsamer Kontrast zwischen meinem alten Leben und der neuen Ruhe der Altersteilzeit.

Ich merkte, wie sich sofort dieses alte, helle Pochen in der Schläfe meldete, als ich einen vergilbten Ordner mit der Aufschrift 'Elternabende 2012-2015' in die Hand nahm. Es ist erstaunlich, wie körperlich diese Erinnerungen sind. In der Altersteilzeit unterrichte ich nur noch zwölf Wochenstunden, meistens Dienstag und Donnerstag Vormittag. Es sind ruhigere Fächer, keine Klassenleitung mehr. Und doch saß ich da und spürte die alte Last. Ich dachte immer, ich brauche diese Entwürfe noch für die 3b, bis mir einfiel, dass ich diese Klasse längst abgegeben habe und nie wieder einen kompletten Lehrplan für den Sachunterricht stemmen muss.

Nahaufnahme von alten Schulordnern neben einem modernen Notizbuch auf einem Holztisch.

Die Tageszahl als Kompass im Papierdschungel

Vor etwa drei Wochen hatte ich einen Moment, in dem ich fast aufgegeben hätte. Eine ehemalige Kollegin erzählte mir von einer Software namens MeineRadionik, die sie ausprobiert hatte. Ich habe kurz versucht, die Seite zu öffnen, war aber von den vielen Menüs und technischen Begriffen sofort so gestresst, dass ich den Laptop schnell wieder zugeklappt habe. Das war mir zu groß, zu laut. Ich brauche mein Leinen-Heft und Rosina Kaisers Buch. Innere Ruhe stärken durch mein Sonntagsjournal in der Regensburger Altstadt bedeutet für mich eben auch, die Technik wegzulassen.

An diesem Sonntagnachmittag schlug ich stattdessen mein Buch auf und berechnete die Tageszahl für diesen Entrümpelungs-Tag. Ich wollte nicht einfach alles blind wegwerfen, aber ich wollte auch nicht in Wehmut versinken. Die Tageszahl gab mir einen sanften Impuls: Es ging um das Thema 'Struktur und Ablösung'. Statt mich zu fragen 'Könnte ich das noch brauchen?', fragte ich mich mit Blick auf die Zahlen: 'Dient mir diese Information noch in meinem jetzigen Leben?'

Es gab Momente in den letzten Monaten, in denen der Zahlen-Code mir gar nichts sagte. Es gab Sonntage, da saß ich hier und die Tageszahl fühlte sich an wie eine leere Hülle. Aber an diesem Tag im April passte es. Es half mir, den emotionalen Wert vom Papierwert zu trennen. Ich konnte die alten Stoffverteilungspläne mit einem tiefen Ausatmen in den Altpapier-Sack gleiten lassen. Das Pochen in der Schläfe ließ merklich nach, während ich Zeile für Zeile in meinem Leinen-Heft notierte, was ich heute losgelassen habe.

Das Ringbuch von 2019 und die Kunst des Behaltens

Mitten im zweiten Karton fand ich das alte Ringbuch mit den Kinderzeichnungen der Klasse 3b von 2019. Ich hielt inne. Das war das Jahr, bevor alles so schwer wurde, bevor das Herzrasen morgens vor sechs Uhr begann. Ich strich über die bunten Bilder. Früher hätte ich das Buch wahrscheinlich aus einem schlechten Gewissen heraus in den Keller zurückgestellt. Doch durch die Arbeit mit dem Zahlen-Code lerne ich, dass Platz schaffen nicht bedeutet, die Erinnerung zu löschen. Perfektionismus ablegen als Lehrerin durch mein Sonntagsjournal mit Zahlen-Code bedeutet auch, nicht alles perfekt archivieren zu müssen.

Ich entschied mich, nur drei Zeichnungen zu behalten und sie in mein aktuelles Journal zu legen. Der Rest durfte gehen. Es fühlte sich nicht wie Verrat an den Kindern an, sondern wie eine Befreiung für mich selbst. Die Schulleitung hat damals zügig zugestimmt, als ich die Altersteilzeit beantragte, und jetzt, zwei Jahre später, erlaube ich mir endlich, auch in meiner Wohnung den Platz einzunehmen, der mir zusteht. Mein Regal in der Ostengasse soll nicht länger ein Archiv für die Clermont-Ferrand-Schule sein.

Eine Kinderzeichnung von 2019 neben einem Buch über Zahlen-Codes auf einem Tisch.

Ein neuer Sonntagabend ohne Abschiedsschmerz

Als die Schatten des Doms länger wurden und die Sonne langsam hinter den Dächern der Altstadt verschwand, waren zwei der drei Kartons leer. Die leeren Regalfächer wirkten erst ungewohnt, fast ein bisschen zu still. Aber dann stellte ich meine schiefe Lavendelvase vom Neupfarrplatz auf das oberste Brett. Daneben legte ich mein Leinen-Heft und das Buch Zahlen-Code von Rosina Kaiser. Es ist mein Anker geworden, ein Werkzeug, das mir hilft, die Klarheit für die Zukunft zu finden.

Früher war der Sonntagabend immer von einem Kloß im Hals überschattet. Morgen ist Montag, morgen ist Elternabend, morgen ist Konferenz. Heute fühlt sich der Abend zum ersten Mal seit vielen Jahren nicht mehr nach Abschied von der Freiheit an. Ich habe Platz geschaffen – im Regal und im Kopf. Wenn ich morgen früh aufstehe, werde ich nicht zum Kopierer hetzen. Ich werde mir Zeit für meinen Tee nehmen und vielleicht kurz zum Donau-Ufer spazieren, bevor ich für meine zwei ruhigen Fächer in die Schule fahre.

Das Entsorgen der Unterlagen war ein Prozess, der eigentlich schon zwei Schuljahre geschwelt hatte, genau wie mein Burnout. Aber erst jetzt, mit dem Zahlen-Code als sanftem Begleiter am Sonntagnachmittag, hatte ich die Kraft, den ersten Schritt zu tun. Es geht nicht um große spirituelle Sprünge. Es geht darum, dass eine Lehrerin in Altersteilzeit an ihrem Küchentisch sitzt und lernt, dass sie mehr ist als ihre alten Arbeitsblätter. Wenn du auch das Gefühl hast, dass dein altes Berufsleben zu viel Platz einnimmt, kann ich dir nur empfehlen, dir ein kleines Hilfsmittel wie das Buch von Rosina Kaiser zu suchen. Es muss nichts Großspuriges sein – ein Leinen-Heft und ein bisschen Zeit für dich selbst reichen völlig aus.

Wichtig: Hier auf der Seite teile ich, was ich selbst durchgemacht habe -- kein medizinischer, finanzieller oder rechtlicher Ratschlag. Was bei mir funktioniert hat, muss bei dir nicht funktionieren. Sprich mit deinem Arzt, Steuerberater oder Anwalt, bevor du Entscheidungen triffst, die wirklich zählen.

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