
Der kleine Steinbrunnen unten im Hinterhof plätschert heute besonders gleichmäßig, ein fast schüchternes Geräusch, das bis in den zweiten Stock meiner Wohnung in der Ostengasse hinaufsteigt. Ich sitze an meinem Küchentisch, vor mir eine Tasse Fencheltee, die noch ein wenig zu heiß ist, und mein altes Ringbuch von 2019, in dem früher Kinderzeichnungen der Klasse 3b steckten. Heute dient es mir als Anker für meine Sonntagsstunden, in denen ich mich ganz ruhig mit den Zahlen von Rosina Kaiser beschäftige.
Hinweis: In diesen persönlichen Notizen teile ich meine Erfahrungen mit Büchern und Kursen, die mir in meiner Altersteilzeit geholfen haben. Einige Links hier sind Affiliate-Links (Werbung). Wenn du über einen dieser Links etwas kaufst, erhalte ich eine Provision – für dich bleibt der Preis natürlich gleich. Ich empfehle nur, was ich selbst in meinem Leinen-Heft durchgearbeitet habe. Meine ausführliche Offenlegung findest du unten verlinkt.
Der Brunnen im Hinterhof und das Ende der Sonntagsangst
Es ist ein warmer Nachmittag letzte Woche im Juli 2026 gewesen, als mir auffiel, wie sehr sich meine Sonntage verändert haben. Früher, während meiner dreiundzwanzig Jahre als Vollzeit-Grundschullehrerin an der Clermont-Ferrand-Schule, war der Sonntagabend oft von einem Schatten überschattet. Ein leises Herzrasen morgens vor sechs war normal geworden, und vor jedem Elternabend saß dieser bekannte Kloß in meinem Hals. Heute ist das anders. Ich unterrichte nur noch zwölf Wochenstunden in Altersteilzeit, immer Dienstag- und Donnerstagvormittag, und der Sonntag gehört der inneren Ordnung.

Gegen drei Uhr decke ich den Tisch. Keine Korrekturstapel mehr, kein Rotstift, sondern mein Leinen-Heft und das Buch Zahlen-Code [Mein Sonntagsbegleiter]. Es war ein Geschenk einer alten Studienfreundin aus Augsburg im Juni 2024. Damals war ich gerade erst ein paar Monate aus der Krankschreibung zurück. Sie sagte: "Kerstin, das ist etwas Kleines für den Sonntag, nichts Großspuriges." Sie hatte recht. Es geht nicht darum, die Welt zu retten oder zur Numerologin zu werden. Es geht darum, den Worten, die ich so lange vorsichtig für meine Schüler gewählt habe, eine Pause zu gönnen und die Klarheit der Zahlen wirken zu lassen.
Ich bin keine Ärztin oder Heilpraktikerin, und ich habe keine spirituelle Ausbildung. Ich bin eine Lehrerin, die gelernt hat, dass Selbstfürsorge nicht immer ein langer Wellness-Urlaub sein muss. Manchmal reicht eine halbe Stunde am Küchentisch, während der Duft von frischem Brot vom Bäcker Prantl nach oben zieht. Wenn die Erschöpfung aber zu tief sitzt, ist der Weg zum Hausarzt oder einer psychologischen Beratungsstelle, wie ich es damals im Januar 2024 getan habe, der einzige richtige erste Schritt. Heilzahlen sind ein Begleiter, kein Ersatz für medizinische Hilfe.
Dreiundzwanzig Jahre Kreidestaub und der Weg in die zwölf Stunden
Wenn ich an die Zeit vor meinem langsamen Burnout denke, sehe ich die grüne Wandtafel vor mir, den abgegriffenen Lappen und die Pauseküche mit dem Wasserkocher auf Sparstufe. Dreiundzwanzig Jahre lang war das mein Leben. Ich habe Generationen von Kindern beigebracht, wie man Sätze baut und wie man respektvoll miteinander spricht. Aber ich habe vergessen, wie ich respektvoll mit meinen eigenen Kräften umgehe. Der Übergang in die Altersteilzeit mit nur noch zwölf Stunden war eine Rettung, aber die innere Unruhe blieb zunächst.
Letzten Spätherbst, es war ein grauer Novembernachmittag 2025, saß ich hier und fühlte mich trotz der wenigen Stunden leer. Ich schlug Rosina Kaisers Buch auf und begann, meine Lebenszahl zu berechnen. In der Numerologie ist das die Summe aller Ziffern des Geburtsdatums, reduziert auf eine einzelne Ziffer von 1 bis 9. Es ist eine einfache Rechnung, fast wie eine Matheaufgabe für die dritte Klasse, aber das manuelle Rechnen beruhigt mich. Es hat etwas Haptisches, wenn der Bleistift über das leicht raue Papier des 2019er Ringbuchs kratzt.

In dieser Phase begann ich zu verstehen, wie wichtig es ist, die Lebenszahl verstehen zu lernen für einen sanften Übergang in die Altersteilzeit. Es gab mir ein Gefühl von Struktur, das mir nach dem Wegfall des straffen Schulalltags fehlte. Wenn ich die Zahlen in mein Heft schreibe, fühlt es sich an, als würde ich die zerstreuten Gedanken der Woche wieder einsammeln und ordentlich in ein Fach legen – ähnlich wie wir früher die Bastelbögen im Stoffbeutel sortiert haben.
Wenn die Korrekturberge wachsen: Warum Standard-Tipps oft versagen
Besonders schwierig sind für uns Lehrerinnen die Prüfungs- und Korrekturphasen. Auch in Altersteilzeit spüre ich diesen Druck noch gelegentlich, wenn die Kollegen im Lehrerzimmer unter Bergen von Proben versinken. Standard-Tipps zur Selbstfürsorge wie "Geh doch mal ein Wochenende weg" oder "Nimm dir einen ganzen Tag frei" funktionieren in diesen Wochen einfach nicht. Wer Korrekturen hat, hat keine freien Tage. Der Zeitdruck ist real, und das schlechte Gewissen, wenn man nichts tut, ist ein ständiger Begleiter.
Hier haben mir die Heilzahlen geholfen, eine emotionale Entlastung für Lehrerinnen durch das Sonntagsjournal zu finden, die keine Stunden beansprucht. Ich setze mir ein Zeitlimit: Dreißig Minuten. In dieser Zeit berechne ich die Tageszahl für die kommende Woche. Es ist ein kleiner, privater Moment, der nichts mit Leistung zu tun hat. Es gibt kein Richtig oder Falsch, keine Noten. Wenn eine Woche keine Muster zeigt oder ich die Zahlen einfach nur abschreibe, ohne eine tiefe Erkenntnis zu gewinnen, dann ist das völlig in Ordnung. Es gab Sonntage im letzten Winter, an denen ich nur die Jahreszahl angestarrt habe und nichts passierte. Das Heft blieb dann eben nach zehn Minuten zu.
Interessant war ein Moment Anfang Mai 2026, mitten in der Vorbereitung auf die letzten großen Proben vor den Pfingstferien. Ich spürte wieder dieses enge Gefühl in der Brust, das ich aus der Clermont-Ferrand-Schule so gut kannte. Ich setzte mich hin und begann, die Heilzahlen gegen den Kloß im Hals bei Stress im Lehrerberuf sanft anzuwenden. Während ich die Zahlenreihen langsam mit dem Finger nachfuhr, merkte ich, wie sich die Muskulatur in meinem Nacken löste. Es war kein Wunder, sondern die bewusste Entscheidung, den Fokus für einen Moment weg vom "Müssen" hin zum "Sein" zu lenken.
Ein Leinen-Heft statt digitaler Fluten
Einmal versuchte ich, das Ganze technischer anzugehen. Eine Kollegin erzählte mir von Radionik-Software, die alles automatisch berechnet. Ich schaute mir eine Demo von etwas an, das wohl MeineRadionik [Leser-Anfrage] hieß. Aber kaum öffnete ich die Webseite mit den vielen Modulen und Tabellen, spürte ich dieses digitale Herzklopfen. Es erinnerte mich zu sehr an die Stundenpläne und die Online-Verwaltung der Schule. Ich merkte schnell: Mein Heilungsweg findet nicht hinter einem Bildschirm statt.

Für manche mag die Präzision einer Software wie EasyRadionik [Leser-Anfrage] wunderbar sein, aber ich brauche das Papier. Ich brauche das Gefühl, wie der Stift das Papier berührt. Das ist für mich der Kern der Selbstfürsorge. Es ist das Gegenteil von dem Lärm auf dem Pausenhof oder dem Geräuschpegel in einer 3b an einem regnerischen Donnerstag im Mai. Es ist Stille, die man anfassen kann.
Heute, an diesem Sonntag im Juli, blicke ich auf den Dom-Schatten, der langsam über die Dächer der Altstadt wandert. Ich habe meine Zahlen für die nächste Woche notiert. Es ist eine einfache Übung aus dem Zahlen-Code Buch, die mich erdet. Morgen früh werde ich entspannt zur Schule gehen, meine zwölf Stunden unterrichten und wissen, dass ich einen Anker habe, der mich hält. Wenn du selbst als Lehrerin merkst, dass die Sonntage schwer werden, fang mit etwas Kleinem an. Vielleicht ist es ein Leinen-Heft, ein Fencheltee und eine einzige Zahl, die dir den Raum gibt, den du so dringend brauchst.