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Grenzen setzen im Kollegium durch die Kraft der Zahlen-Codes am Sonntag

Grenzen setzen im Kollegium durch die Kraft der Zahlen-Codes am Sonntag

Der Steinbrunnen im Hinterhof gluckert heute besonders leise, oder vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, weil die Stadt an diesem Augustsonntag in einer flirrenden Hitze erstarrt ist. Ich sitze an meinem Küchentisch in der Ostengasse, der Fencheltee in der hellblauen Tasse ist eigentlich noch viel zu heiß für diese Temperaturen, aber das Ritual braucht seine Wärme. Vor mir liegt das Leinen-Heft, daneben das Buch von Rosina Kaiser, das mir meine Freundin damals im Juni 2024 geschenkt hat.

Es ist jetzt über zwei Jahre her, dass ich die Clermont-Ferrand-Schule im Westen der Stadt verlassen habe, zumindest als Vollzeitkraft. Wenn ich heute den Stoffbeutel mit dem Bastelfilz sehe, der immer noch oben auf dem Schrank liegt, spüre ich keinen Druck mehr. Aber der Weg dorthin, besonders das Setzen von Grenzen gegenüber den lieben Kolleginnen, war eine Lektion, die ich erst durch die Zahlen am Sonntagnachmittag wirklich verstanden habe.

Das Erbe der Clermont-Ferrand-Schule: Warum 'Nein' so schwer fiel

Dreiundzwanzig Jahre lang war ich Frau Haselbeck. Diejenige, die immer ein offenes Ohr hatte, diejenige, die einsprang, wenn in der Parallelklasse der Krankenstand stieg. In der Lehrerinnen-Pausenküche, zwischen dem verkalkten Wasserkocher und den verwaisten Kaffeetassen, fiel es mir unmöglich, eine Bitte abzuschlagen. Das Herzrasen morgens vor sechs war ein ständiger Begleiter, ein leises Trommeln gegen die Rippen, das mich warnte, dass meine Kapazitäten erschöpft waren.

Als ich im Januar 2024 meine Altersteilzeit antrat, dachte ich, das Problem würde sich von selbst lösen. Ich unterrichte seitdem nur noch 12 Wochenstunden, immer am Dienstag und Donnerstag Vormittag. Doch die alten Muster saßen tief. Wenn am Dienstag eine Kollegin fragte, ob ich nicht 'ausnahmsweise' die dritte Stunde am Mittwoch übernehmen könne, spürte ich sofort wieder diesen Kloß im Hals. Es war die Angst, nicht mehr dazuzugehören, wenn ich nicht mehr alles gab.

Nahaufnahme eines handgeschriebenen Notizbuchs neben einem alten Schulordner mit Kinderzeichnungen.

Die Struktur der Drei: Wie Sonntage die Woche ordnen

Letzten Winter, in der dunklen Adventszeit 2025, saß ich hier und fühlte mich zum ersten Mal wirklich sicher in meiner neuen Rolle. Ich hatte angefangen, die Wochenzahl und meine persönliche Tageszahl nicht nur als bloße Information zu sehen, sondern als ein Gerüst. Ein einfacher Zahlencode besteht oft aus nur 3 Ziffern, und diese Klarheit der Numerologie hat etwas sehr Beruhigendes für einen Geist, der jahrelang in 45-Minuten-Takten und Lehrplänen gefangen war.

Ich begann, meinen Sonntag zu nutzen, um die kommende Woche energetisch vorzubereiten. Wenn ich das raue Papier meines alten Ringbuchs unter den Fingern spüre – jenes mit den Kinderzeichnungen der 3b von 2019 im Regal –, notiere ich mir die Zahlenwerte für meine Unterrichtstage. Ich habe gelernt, dass eine Woche, die rechnerisch auf Rückzug hindeutet, kein Raum für zusätzliche Vertretungsstunden ist. Es ist keine Willkür mehr, es ist eine mathematische Notwendigkeit meiner eigenen Energiebalance. Wer sich für die Hintergründe dieser Arbeit interessiert, findet in meiner Erfahrung zur neuen Identität nach dem Lehrerberuf durch das Sonntagsjournal viele Parallelen zu diesem Prozess.

Ein Dienstag im Juni: Wenn die Grenze hält

Ein schwüler Vormittag im Juni 2024 bleibt mir besonders in Erinnerung. Der Duft von frischem Brot vom Bäcker Prantl wehte durch das offene Fenster des Lehrerzimmers, während draußen der Pausenhof-Geräuschpegel anschwoll. Eine junge Kollegin kam auf mich zu, sichtlich gestresst durch die anstehenden Zeugniskonferenzen, und bat mich um Hilfe bei einer Korrektur. Früher hätte ich sofort 'Ja' gesagt, während mein inneres System bereits auf Alarmstufe Rot geschaltet hätte.

An diesem Tag aber dachte ich an meine Notizen vom vorherigen Sonntag. Ich hatte mir eine Sequenz notiert, die für Klarheit und das Halten der eigenen Mitte steht. Ich spürte das völlige Fehlen des Klosses im Hals, als ich ruhig meine Tasche packte. Ich sagte ihr: 'Ich verstehe, dass es gerade viel ist, aber mein Plan für diese Woche sieht keine zusätzlichen Aufgaben vor. Meine 12 Stunden sind für den Unterricht und die Vorbereitung reserviert.' Es war kein harter Schlag, sondern eine ruhige Feststellung. Überraschenderweise reagierte sie nicht mit Groll, sondern mit Respekt.

Ich bin keine Heilerin oder Expertin für medizinische Fragen. Wenn der Stress im Kollegium zu körperlichen Symptomen führt, die über ein flaues Gefühl hinausgehen, ist der Weg zum Hausarzt oder einer psychologischen Beratungsstelle unerlässlich. Die Zahlen-Codes sind für mich ein Anker, eine sanfte Unterstützung für die Seele, kein Ersatz für eine Therapie bei einem echten Burnout.

Blick aus einem Altbaufenster auf einen ruhigen Hinterhof mit einem Steinbrunnen in Regensburg.

Transparenz statt Abgrenzung: Ein neuer Weg im Lehrerzimmer

Hier kommt der Punkt, den ich erst nach und nach begriffen habe: Grenzen müssen keine Mauern sein. Ich habe angefangen, meine sonntägliche Planung im Kollegium subtil transparent zu machen. Wenn wir am Dienstag zusammenstehen, erzähle ich manchmal, dass ich mir den Sonntag Zeit nehme, um meine Kapazitäten anhand bestimmter 'Ordnungszahlen' festzulegen. Ich nenne es oft mein 'energetisches Budget'.

Statt Kollegen durch ein schroffes 'Dafür werde ich nicht bezahlt' auszuschließen, lade ich sie ein, meine Altersteilzeit-Planung als ein festes System zu sehen. Ich erkläre ihnen, dass meine Gesundheit davon abhängt, dass diese 12 Stunden heilig bleiben. Das nimmt den persönlichen Vorwurf aus dem 'Nein'. Viele Kolleginnen sind neugierig geworden. Eine ehemalige Mitstreiterin fragte mich neulich beim Gehen, ob ich ihr nicht auch mal zeigen könne, wie ich diese Sonntage gestalte. Ich habe ihr von der Möglichkeit erzählt, Heilzahlen gegen den Kloß im Hals bei Stress im Lehrerberuf sanft anzuwenden, was für viele ein erster, greifbarer Einstieg ist.

Natürlich gab es auch Wochen, in denen gar nichts passte. Ein Mittwoch im vergangenen März war so einer – ich hatte meine Zahlen notiert, fühlte mich vorbereitet, und dann warf ein Krankheitsfall in der Familie alles über den Haufen. Die Zahlen sind kein Allheilmittel und sie verhindern das Chaos des Lebens nicht. Aber sie geben mir die Erlaubnis, in diesem Chaos nicht auch noch mich selbst zu verlieren.

Die Sonne wandert jetzt langsam weiter und wirft den Schatten des Doms über die Dächer der Ostengasse. Mein Fencheltee ist nun trinkbar. Ich schließe mein Leinen-Heft für heute. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass der Dienstag kommen wird und ich genau weiß, wo meine Grenze verläuft. Nicht aus Bosheit gegenüber den anderen, sondern aus Liebe zu der Frau, die ich in der Altersteilzeit erst wieder richtig kennenlernen durfte. In der Ruhe meines Hinterhofs, mit dem Blick auf den Steinbrunnen, fühlt sich das 'Nein' im Kollegium heute fast so natürlich an wie das Atmen.

Wichtig: Hier auf der Seite teile ich, was ich selbst durchgemacht habe -- kein medizinischer, finanzieller oder rechtlicher Ratschlag. Was bei mir funktioniert hat, muss bei dir nicht funktionieren. Sprich mit deinem Arzt, Steuerberater oder Anwalt, bevor du Entscheidungen triffst, die wirklich zählen.

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