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Mental Load bei Lehrern reduzieren durch mein Sonntagsjournal mit Zahlen-Codes

Mental Load bei Lehrern reduzieren durch mein Sonntagsjournal mit Zahlen-Codes

Es ist dieser eine Moment am Sonntagnachmittag, wenn das Licht in einem ganz bestimmten Winkel durch das hohe Fenster meiner Altbauwohnung in der Ostengasse fällt. Draußen im Hinterhof plätschert der kleine Steinbrunnen, ein gleichmäßiges Geräusch, das mich beruhigt, während ich den ersten Schluck meines Fencheltees trinke. Vor mir auf dem Küchentisch liegt mein raues Leinen-Heft, daneben die schiefe Lavendelvase vom Bauernmarkt am Neupfarrplatz. Früher war dieser Zeitpunkt in der Woche besetzt von einer bleiernen Schwere, dem Wissen um die Kopien für den Montag und die unzähligen unerledigten Gedanken in meinem Kopf.

Bevor ich dir erzähle, wie ich heute mit diesen Gedanken umgehe, ein kleiner Hinweis: Einige Links in meinen Notizen sind Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links das Buch oder einen Kurs kaufst, bekomme ich eine Provision — dein Preis bleibt natürlich gleich. Ich schreibe hier nur über Dinge, die ich selbst in meinem Leinen-Heft an meinem Tisch in Regensburg ausprobiert habe. Meine ausführliche Offenlegung findest du unten verlinkt.

Das Erbe von dreiundzwanzig Jahren Clermont-Ferrand-Schule

Dreiundzwanzig Jahre lang war ich Frau Haselbeck an der Clermont-Ferrand-Schule. Dreiundzwanzig Jahre mit derselben grünen Wandtafel, dem abgegriffenen Lappen und der Pausenküche, in der der Wasserkocher immer auf Sparstufe stand. Es war eine gute Zeit, meistens mit dritten und vierten Klassen, aber sie hat Spuren hinterlassen. Der Mental Load im Lehrerberuf ist kein Schlagwort, er ist ein physischer Zustand. Er fühlte sich für mich an wie ein unsichtbarer Rucksack voller vergessener Turnbeutel, Elterngespräche und der Sorge um Kinder wie Jonas, der 2018 in meiner 3b saß und den Anschluss zu verlieren drohte.

Ende 2023 merkte ich, dass der Rucksack zu schwer geworden war. Schlaflosigkeit und Herzrasen morgens vor sechs gehörten zum Alltag. Ich bin keine Ärztin oder Psychologin, nur eine Lehrerin, die ihre Grenze erreicht hatte. Wenn es dir so geht, sprich bitte mit deinem Hausarzt oder einer Beratungsstelle. Nach einer langen Krankschreibung habe ich im Januar 2024 Altersteilzeit beantragt. Heute unterrichte ich nur noch zwölf Wochenstunden, Dienstag und Donnerstag Vormittag. Aber die Gedankenruhe kam nicht automatisch mit dem neuen Stundenplan. Sie kam erst, als ich anfing, meine Sonntage anders zu ordnen.

Nahaufnahme eines handgeschriebenen Journals neben einer alten Kinderzeichnung auf einem Holztisch.

Die Entdeckung der Langsamkeit am Küchentisch

Im Juni 2024 drückte mir eine alte Studienfreundin aus Augsburg Rosina Kaisers Buch in die Hand. „Irgendwas Kleines für den Sonntag“, sagte sie. Ich war anfangs skeptisch. Als Lehrerin bin ich es gewohnt, Dinge logisch zu zergliedern. Doch das händische Rechnen der Tageszahl nach dem System von Rosina Kaiser — die Reduzierung von Daten auf einstellige Ziffern von 1 bis 9 — wurde zu einer Übung in Achtsamkeit.

Ich erinnere mich an einen Moment im letzten November, als ich versuchte, meine Lebenszahl hektisch zwischen zwei Korrekturen zu berechnen. Ich vertippte mich ständig auf dem Taschenrechner, mein Herz klopfte. Da merkte ich: Dieses Buch erzwingt eine Langsamkeit, die ich erst wieder lernen musste. Es geht nicht um das Ergebnis, sondern um den Prozess des Schreibens. Inzwischen nutze ich das Buch Zahlen-Code [Mein Sonntagsbegleiter] als festen Anker. Sobald ich die erste Ziffer meiner Tageszahl in das Kästchen eintrage, spüre ich ein plötzliches Nachlassen des Drucks in der Brust.

In meinem Regal steht noch ein altes Ringbuch mit Kinderzeichnungen der Klasse 3b von 2019. Wenn ich heute meine Zahlen berechne, blicke ich manchmal darauf und lächle. Der Mental Load reduziert sich nicht, weil die Aufgaben verschwinden, sondern weil ich ihnen einen festen Platz zuweise. Ein Sonntagsjournal mit Zahlen-Codes ist wie ein ordentliches Pult am Ende eines Schuljahres: Alles hat seine Ordnung.

Warum gerade Zahlen den Mental Load senken

Vielleicht fragst du dich, warum ausgerechnet Zahlen helfen. Für mich ist es die Abkehr vom Digitalen. In der Schule mussten wir immer mehr digital dokumentieren, alles war vernetzt und ständig verfügbar. Das Journaling mit dem Stift auf Papier ist ein bewusster Rückzug. Die Zahlen bieten eine Struktur, die über den pädagogischen Alltag hinausgeht. Es ist eine Form der Stresslinderung durch das Sonntagsjournal, die ganz ohne WLAN funktioniert.

In manchen Wochen, so wie Mitte Mai dieses Jahres, zeigen die Zahlen keine klaren Muster. Da saß ich am Tisch, die Sonne schien auf die Rückseite vom Bäcker Prantl hinunter, und die berechnete Tageszahl fühlte sich einfach nur wie eine Zahl an. Das ist in Ordnung. Ich bin weder Numerologin noch spirituelle Lehrerin. Es gibt Sonntage, an denen das Leinen-Heft ungeöffnet bleibt, weil ich lieber an der Donau spazieren gehe oder in der Würstlkuchl-Schlange stehe, um das Treiben zu beobachten. Der Zahlen-Code ist kein Heilsversprechen, sondern ein Werkzeug zur Selbstreflexion.

Eine Lavendelvase auf alten Lehrerkalendern vor dem Hintergrund Regensburger Dächer.

Ein ruhiger Herzschlag statt Klassenbuch-Hektik

Früher dachte ich, ich brauche eine Therapie oder ein Wunder, um wieder durchatmen zu können. Heute weiß ich, mir reicht oft schon eine halbe Stunde am Küchentisch mit meinen Zahlen. Wenn eine Kollegin mich fragt, wie ich den Übergang in die Altersteilzeit so ruhig geschafft habe, erzähle ich ihr von meinem Ritual. Manche interessieren sich dann für technische Lösungen wie MeineRadionik [Leser-Anfrage], aber das ist eher etwas für Leute, die den digitalen Weg bevorzugen. Für mich bleibt es das händische Schreiben im Zahlen-Code für Lehrerinnen.

Der Mental Load im Lehrerberuf resultiert oft aus dem Gefühl, für alles gleichzeitig verantwortlich zu sein. Die Arbeit mit der Tageszahl und der Jahreszahl hilft mir, den Fokus auf das zu legen, was heute wichtig ist — und nicht auf das, was in der nächsten Lehrerkonferenz vielleicht schieflaufen könnte. Es ist eine Einladung, wieder die Lehrerin zu sein, die ich eigentlich immer sein wollte: eine mit einem weichen Bauch und einem ruhigen Herzschlag.

Wenn du selbst merkst, dass die Sonntage sich schwer anfühlen, probier es vielleicht mal mit etwas Einfachem. Es muss nichts Großspuriges sein. Ein schönes Heft, ein Tee und die Bereitschaft, sich auf die Ruhe der Zahlen einzulassen, können ein Anfang sein. Mir hat Rosina Kaisers Zahlen-Code dabei geholfen, den Weg zurück zu mir selbst zu finden, mitten in der Regensburger Altstadt, zwischen Steinbrunnen und Lavendelduft.

Wichtig: Hier auf der Seite teile ich, was ich selbst durchgemacht habe -- kein medizinischer, finanzieller oder rechtlicher Ratschlag. Was bei mir funktioniert hat, muss bei dir nicht funktionieren. Sprich mit deinem Arzt, Steuerberater oder Anwalt, bevor du Entscheidungen triffst, die wirklich zählen.

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